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  • AutorenbildSibylle Lagler

Der Osten im Medizinrad


Frühling ist die Jahreszeit des Ostens, der Wind sein Element. Hier beginnt der neue Zyklus im Medizinrad, bei Frühlingsbeginn. Die Tageszeit des Ostens ist der Sonnenaufgang, aufsteigen wie die Morgensonne, nach oben die Richtung. Der Himmel, das Fliegen sowie die Übersicht haben, sind Aspekte dazu. Hier können wir uns auch vom Irdischen lösen, alles von einer Metaebene aus betrachten, die spirituellen Aspekte mit den irdischen verbinden, Eins-Sein, Transzendenz - also über uns selber hinauswachsen – ganz so wie es uns östliche Traditionen lehren (diverse Traditionen des Buddhismus, Hinduismus  u.a.).

 

Am besten mit der Ostenergie verbinden kannst du dich durch das Beobachten eines Sonnenaufgangs, einer Morgenbrise, das Spüren des  Morgentaus, der auf der Wiese liegt, durch das Atmen reiner Luft, dem Spüren des Windes in unserem Gesicht, dem Gefühl von Leichtigkeit, von sich lichtvoll wahrnehmen und dem Humor der uns hilft, vieles leichter zu nehmen – besonders uns selbst.

Der Osten, der Frühling entspricht der Lebensphase des Neugeborenen, des Kleinkindes und deren Reinheit. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) spricht man hier vom Holz Element. In keiner Entwicklungsphase des Lebens geschieht so viel in so kurzer Zeit, wie im ersten Lebensjahr. Die Qualität hat etwas Offenes, unschuldiges, klares, nach Aussen und oben gerichtetes.

 

Wieviel dieser Luft-Qualitäten konntest du dir bewahren, wann kommen sie dir in deinem Alltag zugute? Oder fehlt es dir an Leichtigkeit und lichtvollen Momenten? Es kann auch sein, dass du ewig jugendlich bleiben möchtest, dich vor Verantwortung drücken möchtest und lieber an der Oberfläche der Dinge bleibst, unbeständig bist? Das wäre der Schattenaspekt der Ost-Qualität.

 

Nach der Reise durch das gesamte Medizinrad, in höherem Alter, befinden wir uns ein zweites Mal im Osten. Nun als weise Alte, weiser Ältester und der Tod - das ultimative Loslassen - rückt nun immer näher. Ist genügend Ostenergie in uns, können wir nun vieles als unwichtig erkennen und darüber lachen, was wir früher so ernst gesehen, oder erstrebenswert gefunden haben. Die Bewusstheit über die Endlichkeit unseres Daseins rückt unsere Prioritäten in neue Positionen. Wir gelangen zu neuen Seelentiefen, wenn wir uns einlassen. Nun ist es Zeit sich vorzubereiten, bereit zu sein für den Übergang, die Rückkehr zur Seelenessenz, unserer ewigen Quelle.


 Möge ich bereit sein, wenn es Zeit ist und der Große Geist, die Große Mutter mich zu sich zurückholt.


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